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Öffentliche Beschaffung

Gerade in der globalen Natursteinindustrie sind die öffentlichen Beschaffer, allen voran die Städte und Kommunen, dazu aufgerufen, verantwortungsvoll einzukaufen und auf die Produktionsbedingungen zu achten. Denn als öffentliche Auftraggeber haben sie eine enorme Kaufkraft. Bund, Länder und Kommunen geben für Waren und Dienstleistungen jedes Jahr ca. 360 Mrd. Euro, ungefähr 16 Prozent des BIP, aus. Durch die Anforderungen an Lieferanten, welche die ausschreibenden Stellen vorgeben, können sie großen Einfluss auf die faire Gestaltung des Handels nehmen und als Vorbild für Konsumenten und privatwirtschaftliche Einkäufer agieren.

Seit April 2009 können Städte und Kommunen neben ökonomischen Kriterien auch soziale und ökologische Aspekte bei der öffentlichen Beschaffung mitberücksichtigen. Einige Städte und Kommunen haben ihre Ausschreibungen den neuen Kriterien angepasst und achten auf eine sozial- und umweltverträgliche Beschaffung. Der Deutsche Städtetag, die Städte München, Zürich und Basel, viele kleinere Kommunen und unabhängige Organisationen wie die Verbraucher Initiative e.V. empfehlen Fair Stone.

Leider gehen die meisten Kommunen in ihren Ausschreibungen nicht über die ILO Kernarbeitsnormen 138 und 182 – keine ausbeuterische Kinderarbeit – hinaus. Doch gerade die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, wie Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz oder das Tragen von Persönlicher Schutzausrüstung, ist in der Steinbranche wichtig. Kommunalen Beschaffern ist dies häufig nicht bewusst.

Auch werden bei Ausschreibungen so genannte Selbstverpflichtungserklärungen oder einfache Produktkennzeichnungen (Eigenlabel) von Bietern akzeptiert, die jedoch nicht überprüft werden können. Eine Bescheinigung von unabhängigen Zeichengebern ist die einzige sichere Möglichkeit sozialverträglichen Einkaufs. Als erste Kommune Deutschlands aktzeptiert die Landeshauptstadt München überhaupt keine Selbstverpflichtungserklärungen mehr, sondern verlangt unabhängige Zertifikate - wie Fair Stone - für alle öffentlich zu beschaffenden Produkte.

Bei öffentlichen Ausschreibungen gewinnt in den meisten Fällen das günstigste Angebot. Die Investition in faire Produktionsbedingungen bedeuten jedoch höhere Kosten für die Fair Stone Partner, welche die Kommunen nicht mittragen. Auf Dauer können sich die Importeure nur engagieren, wenn Kommunen bereit sind, einen etwas höheren Preis für fair gehandelte Produkte im Baubereich zu zahlen.

Das Fair Stone Team steht in ständigem Kontakt mit Kommunen und führt Informationsgespräche mit Verantwortlichen für die Öffentliche Beschaffung. Gerne informieren wir auch Ihre Kommune!

Zusätzlich finden sich im Downloadbereich zahlreiche aktuelle Dokumente zur nachhaltigen öffentlichen Beschaffung von Naturstein.